Stiftung Die Brücke zum Leben

Moldawien (Moldau)

Moldawien gilt als das Armenhaus Europas, in dem die politische Situation fragil ist und es kein ausreichend funktionierendes Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesen gibt. Die vorwiegend landwirtschaftlich ausgerichtete Wirtschaft hat große Probleme, ihre Produkte abzusetzen und ist somit komplett von Exporten abhängig. Auch der jahrelange, ungelöste Konflikt um die abgespaltene Teilrepublik Transnistrien schwächt die Wirtschaftskraft des Landes, weil sich dort wichtige Teile der industriellen Produktion befinden.

80 Prozent der 3,6 Millionen Moldawier leben unter der Armutsgrenze. 25 bis 30 Prozent der Bevölkerung arbeiten regelmäßig im Ausland, weil sie in Moldawien keine Beschäftigung finden können.
Zurückgelassen werden während dieser Zeit oft die Kinder. Sie kommen zum Teil bei Angehörigen und älteren Verwandten unter. Großmütter sind überfordert, weil sie plötzlich mehrere Enkel großziehen müssen, dazu aber weder gesundheitlich noch finanziell in der Lage sind. Oft müssen erst Zwölfjährige ihre jüngeren Geschwister versorgen.

Die zurückgelassenen Kinder sind ein großes Problem in Moldawien. Es gibt sogar Fernsehsendungen und Lieder, die sich an die ausgewanderten Eltern richten und sie darum bitten, wieder zu ihren Kindern zurückzukommen.

Auch viele Kinder, deren Eltern noch in Moldawien leben, werden vernachlässigt, von ihren überforderten Eltern verstoßen, oder sie flüchten vor den Alkohol-, Drogen- und Gewaltproblemen in ihren Familien auf die Straße.

Ein Großteil der Kinder leidet an Unterernährung, ist krank und auch seelisch tief verletzt und gestört. Viele leben unter schlimmsten Bedingungen in Kellern, Abwasserkanälen, zerfallenen Ruinen oder Erdlöchern und gehen auch nicht in die Schule. Das Leben auf der Straße macht sie misstrauisch, perspektivlos und aggressiv.

Ohne geregelten Tagesablauf und Aussicht auf Besserung ist der Schritt zur Alkohol- und Drogensucht nicht weit. Sinnlosigkeit bestimmt ihr Leben.